Krankenkassen-Bericht: Leiharbeiter länger krank als Festangestellte

Gesendet August 11, 2017

Leiharbeiter fallen häufiger krankheitsbedingt aus als fest angestellte Mitarbeiter. Das geht aus einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Donnerstag berichteten. Demnach war jeder bei der AOK versicherte Beschäftigte durchschnittlich 19,5 Tage krankgeschrieben. Das waren 5,6 Tage mehr als bei den übrigen Beschäftigten, die auf 14,7 krankheitsbedingte Fehltage gekommen seien. Diese fehlten im Durchschnitt 14,7 Tage.

In den vergangenen Jahren verschlechterte sich demnach die Situation noch.

Vor allem von Erkrankungen der Psyche und des Muskel-Skelett-Systems seien Leiharbeiter überdurchschnittlich häufig betroffen. Die psychischen Beschwerden hätten ihren Grund darin, dass die fachliche Qualifikation oft vom Einsatzgebiet abweiche.

"Wie die TK selbst in ihrer Pressemitteilung erklärt, liegt der relativ hohe Krankenstand in der Zeitarbeit 'nicht nur in dem Beschäftigungsverhältnis Zeitarbeit begründet, sondern auch darin, dass die in der Zeitarbeitsbranche vermittelten Tätigkeiten zu einem großen Teil körperlich schwere Arbeiten sind'". Auch die Einkommenssituation sei für viele belastend. Das erhöhe das Risiko für Krankheiten. Gleichzeitig führen wechselnde Einsatzorte, schlechte Perspektiven und eine hohe Arbeitsunsicherheit zu einer erhöhten psychischen Belastung, so die TK. Gefahren am neuen Arbeitsplatz seien unbekannt.

Leiharbeiter sind länger krankgeschrieben als Arbeitnehmer in regulären Jobs. Die Arbeiter sollen höchstens 18 Monate an einen Arbeitgeber ausgeliehen werden und nach neun Monaten den gleichen Lohn wie die Festangestellten des Betriebs bekommen.