Merkels Vorsprung vor Schulz so groß wie noch nie

Gesendet August 12, 2017

Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vormonat und der niedrigste Wert, der bisher in der Umfrage für ihn gemessen wurde.

Auch in der Kanzlerpräferenz büßt Merkel ein: 52 Prozent (minus 5) der Deutschen würden sich in einer Direktwahl für sie entscheiden, 30 Prozent (plus zwei) für Schulz. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, kämen die CDU/CSU auf 40 Prozent und die SPD auf 24 Prozent. Mehrheitliche Zustimmung findet Merkel bei den Anhängern der FDP (76 Prozent), die Anhänger der Grünen sind eher geteilter Meinung (47 Prozent Merkel, 42 Prozent Schulz).

Gut sechs Wochen vor der Bundestagswahl ist SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz so unbeliebt wie nie zuvor. Umgekehrt stieg die Zahl derjenigen, die mit der Arbeit der Bundesregierung weniger oder gar nicht zufrieden sind, um sieben Prozentpunkte auf nunmehr 51 Prozent. Die Linke käme aktuell auf 9 Prozent der Stimmen. Bei den Linken sind 56 Prozent für Schulz und 31 Prozent für Merkel und bei den Anhängern der AfD geben 49 Prozent Schulz den Vorzug und 31 Prozent Merkel (der Rest zu 100 Prozent entweder "keinen von beiden" oder "weiß nicht").

Im Rennen um den begehrten dritten Platz liegen die kleinen Parteien weiterhin Kopf an Kopf: Die Grünen, die FDP und die AfD würden aktuell einen Stimmenanteil von jeweils 8 Prozent erreichen.

Dass die Bundestagwahl trotz des deutlichen Vorsprungs der Union und der Kanzlerin noch keinesfalls gelaufen ist, macht die Nachfrage deutlich, ob auch andere Wahloptionen denkbar sind. Lediglich 31 Prozent sind genau auf eine Partei festgelegt.

Allerdings haben sich in den letzten Monaten die Kräfteverhältnisse stark verändert: Im April konnten sich 56 Prozent aller Wähler vorstellen, die CDU/CSU zu wählen, jetzt sind es 60 Prozent.

Dabei denken die Befragten, dass vor allem die Interessen der Autoindustrie bei der Auflösung des Abgasskandals im Vordergrund stehen (63 Prozent) - und weniger der Schutz der Umwelt und die Gesundheit der Bürger (23 Prozent).

Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker haben sich die Bewertungen überwiegend und zum Teil deutlich verschlechtert. Der beliebteste Politiker ist demnach Wolfgang Schäuble. Auf Platz zehn liegt Sahra Wagenknecht mit minus 0,3 (Juli II: minus 0,3).

Laut der Umfrage geben 57 Prozent der Befragten an, das Vertrauen in die deutsche Automobilindustrie verloren zu haben.