Nordkorea droht USA mit Angriff auf Guam

Gesendet August 12, 2017

Die Waffen seien "entsichert und geladen" ("locked and loaded"), womöglich eine Anspielung auf ein berühmtes Filmzitat von John Wayne.

Aus Nordkorea waren auch in der Vergangenheit schon beleidigende Ausdrücke für Spitzenpolitiker der USA und Südkoreas zu hören, Trumps Vorgänger Barack Obama wurde beispielsweise als "Affe" bezeichnet, die südkoreanische Ex-Präsidentin Park Geun Hye als "Prostituierte". Nach seiner martialischen Drohung mit einem Nuklearschlag gegen Nordkorea ging Trump nach Augenzeugenberichten am Mittwoch zunächst etwas Golf spielen. Zuletzt habe es aber kaum Zeichen einer Mobilisierung gegeben.

Als Grund für das Sondertreffen gelten neben den jüngsten nordkoreanischen Raketentests auch die eskalierenden Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und der Führung in Pjöngjang.

Australien sicherte den USA militärische Unterstützung zu, sollte ihr Territorium angegriffen werden. Mittelfristiges Ziel müsse es sein "Kim Jong-un von seinem aktuellen Irrweg abzubringen".

Den Aufruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Mäßigung bei der Wortwahl schlug Trump aus. "Alle unsere Befürchtungen, die wir verbunden haben mit der Unberechenbarkeit der Politik von Donald Trump, werden bedauerlicherweise jetzt bestätigt", sagte er am Freitag in Berlin. "Niemandem wird eine friedliche Lösung lieber sein als Präsident Trump", sagte der Präsident.

US-Präsident Donald Trump äußert sich in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster New Jersey
US-Präsident Donald Trump äußert sich in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster New Jersey

Nach Einschätzung der "Washington Post" entspricht Trumps Aussage auch nicht der Wahrheit. Es seien bereits "diplomatische Ergebnisse" zu sehen und diesen Weg wolle er fortsetzen.

Für Unruhe im Ausland sorgten auch Berichte über große Fortschritte Nordkoreas bei seinem Atom- und Raketenprogramm.

Die Top-Sicherheitsberater der Regierungen in Washington und Seoul vereinbarten nach südkoreanischen Angaben, ihr künftiges Vorgehen gegen die Bedrohung durch Nordkorea im Voraus zu besprechen. Falls die Nordkoreaner also eine Rakete Richtung Guam abfeuern, könnte Trump allein aufgrund seiner verbalen Ausritte gezwungen sein, militärisch zu reagieren. Er werde dafür einen signifikanten Milliardenbetrag bereitstellen, sagte Trump. Auf die Frage, ob er einen Präventivschlag gegen Nordkorea erwäge, sagte der Präsident: "Wir werden sehen, was passiert". Wenn allerdings die USA und Südkorea zuerst angriffen und versuchten, die nordkoreanische Regierung zu stürzen, werde China dies verhindern, hieß es in der nationalistischen Zeitung. Dieser sei keiner Vernunft zugänglich, nur "absolute Gewalt" funktioniere bei ihm, hieß es. Als Antwort auf Nordkoreas Drohung, die US-Pazifikinsel Guam mit Nuklearwaffen anzugreifen, erwiderte er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, als Präsident sei es sein erster Auftrag, das US-Atomwaffenarsenal zu erneuern und zu modernisieren. Auf Guam leben rund 163.000 Menschen, 6.000 US-Soldaten sind hier stationiert. Die USA haben dort eine Luftwaffenbasis, einen Marinestützpunkt mit U-Booten, eine Einheit der Küstenwache und rund 6000 Militärangehörige. "Wir beten, dass die Vereinigten Staaten und unsere Verteidigungssysteme ausreichend sind, um uns zu beschützen", sagte Guams Regierungssprecher Benjamin Cruz der Nachrichtenagentur AP.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Tonfall verschärft und Nordkorea mit "Feuer und Zorn" gedroht, wie es die Welt noch nie erlebt habe. Pjöngjang sollte "sehr, sehr nervös" sein, selbst wenn es nur über einen Angriff auf die USA oder ihre Verbündeten nachdenke.