Team Stronach verliert Klubstatus - Mitarbeiter gekündigt, Lugar und Schenk gehen

Gesendet August 12, 2017

Der Klubobmann des Team Stronach, Robert Lugar, ist aus dem Parlamentsklub der Partei ausgetreten. Das hat die Parlamentsdirektion am Mittwoch mitgeteilt. Auch die Parteienförderung des Bundes sowie die Förderung für die Parteiakademie des Team Stronach hängt an der Klubstärke. Daher habe er sich entschlossen, "diesen Schritt zu setzen, und durch die vorzeitige Auflösung auch die Kosten für die Steuerzahler zu senken und eine gesetzmäßige Abwicklung zu ermöglichen". Um Parlamentsklub sein zu können, braucht man nämlich fünf Abgeordnete, mit dem Abgang von Lugar und Schenk verbleiben aber nur mehr vier Mandatare der ohnehin auf dem politischen Sterbebett liegende Partei von Frank Stronach.

Das Team Stronach verliert damit sowohl den Anspruch auf Klubförderung als auch auf Vertretung in den Ausschüssen und in der Präsidialkonferenz des Nationalrats.

Weiters hat die Klubauflösung die Konsequenz, dass die Zusammensetzung der Ausschüsse neu zu berechnen ist und die Ausschüsse neu gewählt werden müssen. SPÖ und ÖVP verfügen über je 51 Abgeordnete, die FPÖ über 37, die Grünen über 21 und die Neos über acht Mandatare.

Warum Lugar den Wechsel seit geraumer Zeit forciert hat, ist klar - er wollte in der Politik bleiben. Nicht infrage kommt offenbar ein Übertritt zur "Freien Liste Österreich" (FLÖ) des früheren Salzburger FP-Chefs Karl Schnell.

Die Antwort lautet: Weil Strache und die Seinen es für plausibel erachten, dass Lugar der FPÖ zusätzliche Stimmen verschafft. "Ich habe diesen Schritt primär deshalb gesetzt, weil ich in der gestrigen Sitzung für meine Kandidatur bei der FLÖ massiv kritisiert wurde", begründete Schenk ihren Schritt. "Gerade in seiner politischen Heimat, also in Niederösterreich, ist Lugar ein guter Wahlkämpfer", sagt ein blauer Stratege.